robots.txt für AI-Crawler: Bots nach ihrem Zweck konfigurieren

Search, nutzerinitiierter Abruf und Training sind verschiedene Zwecke. Dieser Guide zeigt, wie robots.txt- und WAF-Regeln ohne falsche Sichtbarkeitsversprechen geplant und geprüft werden.

robots.txt für AI-Crawler: Bots nach ihrem Zweck konfigurieren

Warum muss eine Bot-Policy nach Zweck getrennt werden?

AI-Anbieter verwenden unterschiedliche Crawler für Websuche, nutzerinitiierte Abrufe und Modelltraining. Eine Freigabe für Training ist deshalb keine Voraussetzung für Sichtbarkeit in einer AI-Suche. Umgekehrt beweist ein erfolgreicher Request mit frei gewähltem User-Agent nicht, dass ein echter Anbieter-Bot die Seite erreicht hat.

Für einen belastbaren Audit werden mindestens vier Bereiche getrennt dokumentiert:

ZweckBeispieleBedeutung
Search / DiscoveryGooglebot, OAI-SearchBot, Claude-SearchBot, PerplexityBotKann die Auffindbarkeit in der jeweiligen Suche betreffen
Nutzerinitiierter FetchChatGPT-User, Claude-User, Perplexity-UserAbruf im Auftrag eines Nutzers; Anbieterregeln können von automatischem Crawling abweichen
Training / LizenzierungGPTBot, ClaudeBot, Google-ExtendedGeschäfts- und Datenpolicy, kein Search-Rankingsignal
Otherweitere dokumentierte BotsNur nach offiziellem Zweck und konkretem Use Case bewerten

Die Zuordnung sollte regelmäßig gegen die OpenAI-Botdokumentation, die Anthropic-Crawler-Dokumentation, die Perplexity-Dokumentation und die Google-Crawlerübersicht geprüft werden.

Wie wird robots.txt sinnvoll konfiguriert?

Öffentliche Inhalte, die in Search auffindbar sein sollen, müssen für den jeweiligen Search-Crawler erreichbar sein. Private, personalisierte, administrative oder zahlungspflichtige Bereiche bleiben unabhängig davon geschützt. Eine mögliche Ausgangskonfiguration sieht so aus:

User-agent: *
Disallow: /admin/
Disallow: /account/
Disallow: /checkout/

User-agent: OAI-SearchBot
Allow: /

User-agent: Claude-SearchBot
Allow: /

User-agent: PerplexityBot
Allow: /

Sitemap: https://ihre-domain.de/sitemap.xml

Die Regeln für GPTBot, ClaudeBot oder Google-Extended werden separat nach Training- und Lizenzierungsentscheidung festgelegt. Google weist ausdrücklich darauf hin, dass Google-Extended weder die Aufnahme in Google Search noch das Ranking steuert.

Was muss neben robots.txt geprüft werden?

robots.txt ist nur eine Ebene. CDN, WAF, Bot-Management, Rate Limits, Authentifizierung und Anwendungscode können denselben Request zusätzlich blockieren. Deshalb umfasst ein technischer Check:

  1. robots.txt-Regel für den konkreten User-Agent und Pfad auswerten;
  2. HTTP-Status, Redirect-Kette und auslieferbaren Inhalt prüfen;
  3. WAF-/CDN-Logs auf Challenges oder Blockaden untersuchen;
  4. veröffentlichte IP-Bereiche oder Reverse-DNS verwenden, sofern der Anbieter dies dokumentiert;
  5. private und irreversible Oberflächen weiterhin schützen.

Ein einfacher curl -A-Request ist ein nützlicher Funktionstest, aber kein Identitätsnachweis. Der User-Agent lässt sich beliebig fälschen.

Wie werden Ergebnisse berichtet?

GeoRanks Score v2 führt Search-/Discovery-Zugriff im separaten Surface „AI Search Discovery & Citation Measurement“. User-Fetcher erscheinen informativ. Training und Lizenzierung bilden einen unbewerteten Policy-Report. So kann eine Organisation Training blockieren, ohne dass der Audit daraus einen künstlichen Sichtbarkeitsverlust berechnet.

Fazit

Eine gute Bot-Policy erlaubt nicht pauschal „alle AI-Crawler“. Sie ordnet jeden Bot einem belegten Zweck zu, schützt sensible Daten und misst Search, Nutzerabruf und Training getrennt. GEO-Audit starten.

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